Teambuilding
"… gemeinsam knifflige Aufgaben lösen, aktiv sein, Herausforderungen meistern …- Outdoor Aktivitäten - … das schweißt zusammen UND erleichtert die künftige Zusammenarbeit im Berufsalltag!!!"
Das versprechen Prospekte vieler Anbieter zu diesem Thema. Es stimmt auch, dass Canyoning, Rafting, Paintball-Bewerbe, Segel-Törns, Jagdausflüge, Flug- und Motorsporterlebnisse, Floße oder Brücken bauen, etc. den persönlichen Zugang und die Beziehung zwischen den Teilnehmern spürbar verbessert.
Dieses Gemeinschaftsgefühl hält aber leider nur so lange an, bis uns die „psychologische Schwerkraft“ nach den ersten „stressigen“ Alltags-Begegnungen wieder an den Zeitpunkt vor der Teambuilding-Aktivität zurückversetzt.
In anderen Worten: das Medikament „Teambuilding“ ist sehr wirksam, lange hält die Wirkung jedoch leider nicht an.
Die Frage drängt sich auf: Gibt es wirksamere Medikamente mit Langzeitwirkung?
Oder anders gefragt: Brauchen wir überhaupt ein Medikament?
NEIN, offensichtlich nicht. Wir benötigen nur eine spezielle Gymnastik, die nennt sich:
Gruppen-Intelligenz
Ameisenstaaten und Fischschwärme zeigen im Gegensatz zu menschlichen Kollektiven groteske Erfolgsrezepte auf. Obwohl Ameisen und Fische als einzelne Individuen sehr wenig Intelligenz besitzen, agieren sie kollektiv mit beeindruckend intelligenten Lösungen.
Beim Menschen ist das umgekehrt wie man an vielen Beispielen sehen kann: Szenen in und um Fußballstadien, Umweltverschmutzung, Raubbau, kriegführende Länder, rivalisierende Banden, konkurrierende Abteilungen in einer Firma, … die Liste lässt sich beliebig lange fortsetzen.
Ursache dafür sind evolutionäre Programme in unseren Genen, die bekanntlich nur sehr langsam, über viele Generationen „umgeschrieben“ werden.
| Ameisen, Fische | Menschen |
individuelle Intelligenz | kaum vorhanden | stark ausgeprägt |
Gruppen-Intelligenz | überwiegend ausgeprägt | wenige Fälle beschrieben |
Gruppen-UN-Intelligenz | wenige Fälle beschrieben | überwiegend ausgeprägt |
Immer häufiger werden Fälle menschlicher Gruppen-Intelligenz beschrieben. Wichtigste Folgerung daraus ist, dass Gruppen-Intelligenz für Menschen prinzipiell erlernbar ist.
Wer sich diesem Abenteuer stellt, lernt dabei nicht nur sich selbst sehr viel besser kennen, sondern erlebt dabei bewusst die Geburt seines Teams als intelligenten Organismus, ein Vorgang, den man mit Worten genau so wenig beschreiben kann wie „den ersten Kuss“.
Regelmäßige „gruppenintelligente“ Gymnastik nährt diesen intelligenten Organismus, der später am Spielfeld des Lebens als Teamgeist spielentscheidend „mitspielt“.