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Gruppen-(un)-intelligente Menschen

"natürliche Gruppenintelligenz" bei Menschen

Unter den richtigen Bedingungen entscheidet die Menge in der Regel intelligenter und effizienter als der klügste Einzelne unter ihr - weil wenn viele Menschen zusammenkommen kommt ja auch vielmehr Wissen zusammen. Das kann man auch im täglichen Leben beobachten:

Ein einfaches Beispiel: Lässt man eine größere Gruppe von Menschen schätzen, wie viele Bonbons in einem Glas sind, ist der Durchschnitt ihrer Einzelschätzungen meist sehr nah an der wahren Anzahl. Meistens sehr viel näher als die beste Einzelschätzung.

Auch bei "Wer wird Millionär?" antwortet die Masse, wenn man den Publikumsjoker nimmt, viel öfter richtig als die Experten, die der Kandidat anruft.

Noch ein Beispiel: 1968 verlor die US Navy Kontakt zu einem Unterseeboot im Nordatlantik. Es gab nur sehr wenige Informationen wo es sein könnte. In ihrer Verzweiflung versuchten sie etwas Neues: Es setzte sich eine sehr gemischte Gruppe zusammen - vom Offizier bis zum Techniker - und alle überlegten, was passiert sein könnte: wie schnell und weit das U-Boot in welche Richtung gefahren sein müsste, wie hoch oder wie tief es sich befinden könnte,...
Dann wurden all diese Einzelaussagen zusammengefasst und daraus ein Ort ermittelt. Tatsächlich befand sich das U-Boot nur 75 Meter davon entfernt! Interessanter Weise war kein einziger "Tipp" in der Nähe des Fundorts – nur die Summe der Vermutungen war richtig.

... Voraussetzung

Die Weisheit der Vielen kommt nur zustande, wenn man viele Leute unabhängig voneinander befragt. Jeder weiß nur ein kleines bisschen, aber die Fehler, die die einzelnen machen, heben sich gegenseitig auf – übrig bleibt die "richtige Einschätzung".

Die wichtigste Voraussetzung damit das funktioniert ist, dass jeder Einzelne unabhängig denkt und handelt. Die weiteren Faktoren betreffen vorwiegend den Umgang der Menschen miteinander in der Gruppe.

Eskalation bis Massenwahn - Gruppen-UN-intelligenz bei Menschen

Der Mensch ist ein Lebewesen mit sehr hoher individueller intelligenz - er braucht z.B. keinen Schwarm um Futter zu finden. Dafür kann man oft beobachten, dass er sich in der Gruppe sehr unintelligent verhält, besonders dann, wenn sie nicht "richtig gesteuert" wird...

Man denke nur an Eskalationen bei Sportveranstaltungen (zB Hooligans die alles kurz und klein schlagen wollen oder an all die Strassen, die nach einem Fussballspiel rund ums Stadion gesichert werden müssen, damit die Menschen in der Gruppe nicht "ausflippen"). Weitere Beispiele finden sich in vielen Lebensbereichen:

Familien und Abteilungen in Firmen, in denen Fehden gepflegt werden.
Kriegführende Gruppen wie: Staaten, Volksgruppen, Glaubensgemeinschaften, ...
Betrachten Sie auch einmal kritisch, was wir Menschen mit diesem Planeten alles anstellen ...

Sie finden sicher noch viele Beispiele nach folgendem Muster:
Sie alleine würden das niemals tun wollen.
In Summe passiert es in der Gruppe aber trotzdem, obwohl sie von vielen dieser Menschen wissen, dass sie das ebenso wie Sie alleine nicht tun würden.

In Firmen / Schulen / ... setzen Sie ein woran immer Sie gerade denken ... wo im Grunde sehr viele, hoch intelligente, gebildete Menschen in einer Gruppe zusammenarbeiten, kommt es zu sog. gruppendynamischen Prozessen, die "intelligente Lösungen" auch auf Dauer verhindern können:

1. Extremfall: Jeder beharrt auf seine Sicht der Dinge, verteidigt sie und verhindert ernstzunehmende innovative Lösungen. Das Arbeitsklima ist durch gegenseitiges Mißtrauen und destruktive Wettbewerbe untereinander geprägt.

2. Extremfall: durch das angenehme "Wir-Gefühl" existiert eine "gleiche Sicht auf die Dinge" in der Gruppe. Innovative Lösungen erscheinen gar nicht wirklich nötig. Kommt ein "Neuer" mit anderen Sichtweisen zu dieser Gruppe, muss er sich anpassen oder er wird "sozial abgestoßen" und verschwindet wieder. Im Geschäfstleben ist das meist eine Kündigung von der einen oder anderen Seite und langfristig das sichere Todesurteil dieser Firma/Institution.

In der Praxis bewegt sich die Kultur einer Gruppe irgendwo zwischen diesen beiden Extremfällen. Im Laufe unseres Lebens sammeln wir Erfahrungen in unterschiedlichen Gruppen zwischen diesen beiden Extremfällen. Die Chance im Laufe unseres Lebens in eine innovative intelligente Gruppe mit völlig anderen Verhaltensweisen zu geraten ist zur Zeit leider noch verschwindend gering.

kurz zusammengefasst

  1. "intelligente Gruppen" verhalten sich deutlich anders als wir es in unserem "natürlichen Umfeld" beobachten können.
  2. beinahe jede Gruppen kann lernen als intelligenter Organisum d.h. gruppenintelligent zu agieren.
  3. Je mehr funktionierende "intelligente Gruppen" wir ins Leben rufen, umso größer ist die Chance, dass wir durch eben diese gehäufte Menge an Vorbildwirkungen unsere persönliche Zukunft langfristig absichern können (kulturell und finanziell).
 
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